Stille ist die kleine Schwester des Todes …
Für mich war es in den letzten Woche eine Zeit des Schweigens. Eine Zeit der Stille. Eine Zeit der Besinnung. Viele Bilder aus dem Unterbewusstsein durften sich zeigen, angenommen und erlöst werden.
Denn alles, was nicht wahrhaftig zu mir gehört, darf gehen, sich im Licht der Erkenntnis auflösen.
Jeder Glaubenssatz, der einschränkt, klein macht oder verurteilt, sei es mich selbst oder andere Wesen, darf erkannt und erlöst werden, jeder Schatten, jede Kritik, jedes sich über andere stellen oder sich selbst herabsetzen, jedes vergleichen oder nicht im Frieden sein, ist ein Flecken auf dem Gefäß, das das Licht des ewig Seienden dämmt.
Und so darf jeder Fleck, jede Verunreinigung erkannt und in Liebe verabschiedet werden. Alles, aber wirklich ALLES, was nicht zu meinem wahrhaftigen Sein gehört, darf gehen … um mein wahres Selbst zu erkennen.
In den Worten Kuthumis:
„Jetzt geht es um deine eigene Offenbarung, dass du Geschöpf Gottes bist, dies zu erkennen…Und nur darum geht es, deine Vollkommenheit voll und ganz zu erkennen und zu leben.“
Und so durfte ich einige Zeit in der Sille sein …
Diese Zeit war nicht nur friedlich, denn die Stürme der Vergangenheit verdunkelten für kurze Zeit meinen Geist. Als sich der Sturm legte, zeigte sich wieder der Himmel und das Licht schien noch klarer, noch schöner, noch intensiver und lebendiger. Denn was zählt die Illusion der Vergangenheit, wenn du in der Liebe der Gegenwart bist?
„Nur die Vergangenheit kann trennen, und sie ist nirgends.“
EKIW
Rendezvous mit dem Tod
Ich bat die geistige Welt um Hilfe, meine alten Traumen zu erlösen. Meine Bitte wurde erhört …
Für mich ist es gerade Zeit für intensive Reinigungsprozesse … und dazu gehören auch traumatische Erlebnisse, die noch aktiv sind, aber erlöst werden möchten. Denn das Unterbewusstsein ist wie ein alter Keller, in dem „Gerümpel“ aus der Vergangenheit gelagert ist … auch aus anderen Leben. Diese Erinnerungen sind in jeder Zelle des Körpers gespeichert.
Und es ist gleich, wie schön du die oberen Stockwerke deines Bewusstseins einrichtest, sie reinigst und pflegst, der alte Ballast im Keller modert dennoch vor sich hin. Und so durfte ich in einem Dunkelretreat diesen alten Themen begegnen …
Denn in der absoluten Dunkelheit, wo es keine visuelle Ablenkungen gibt, tauchten die alten Erinnerungen auf. In dieser Nacht bin ich tausend Tode gestorben …
Es waren unzählige innere Bilder aus früheren Zeiten, wo ich den Körper in Angst und Schrecken verlassen habe. Bilder, wo ich von Soldaten in römischen (?) Uniformen in eine Grube geworfen wurde, um halbtot begraben zu werden; Bilder, wo ich gefesselt und mit verbunden Augen erleben musste, wie meine Familie massakriert wurde; Szenen, wo ich in Verzweiflung in den dunklen Tiefen des Meeres versank.
All diese Bilder, wo der Tod von Angst, Schuld und Verzweiflung begleitet wurden, tauchten in mir auf. Sehr intensiv … und ein wenig anstrengend.
Und dann durfte ich mein Bewusstsein reinigen, die alten Bilder segnen und loslassen und ganz bewusst die Verbindung zu höheren Ebenen stärken. Denn der Tod ist letztlich eine Illusion des Verstandes.
Aber unsere Vorstellungskraft ist so machtvoll, dass wir in solchen Momenten nicht erkennen, dass wir lediglich in eine andere Dimension wechseln. Sterben für Anfänger … denn in all diesen Momenten haben wir uns selbst von unserer göttlichen Verbindung getrennt.
Und so sank ich in dieser Nacht auf die Knie und durchlebte all diese Momente der Agonie … um sie zu erkennen und sie zu erlösen.
Und dann kam das Licht …
Ein gemeinschaftliches Ritual … innere Bilder von einem großen, flachen Stein, ein glatter, weißer Fels inmitten des Meeres. Helles Licht umflutet meine Gestalt und eine Stimme aus dem Nichts ertönt:
„Du bist geliebt, mein Kind …“
Die Illusion des Todes
In dieser „Nacht der tausend Tode“ war es nicht der Tod selbst, der für Schrecken sorgte, sondern starke Emotionen wie Schuld oder Hilflosigkeit, also starke Anteile des Egos, die da hinein spielten.
Das Gefühl der Schuld und Wut etwa war deshalb so intensiv, weil ich den Tod meiner Familie, für die ich mich als Mann und pater familias verrantwortlich fühlte, nicht verhindern konnte.
Vergebung ist die Antwort und Dankbarkeit die Heilung.
Denn letztlich sind es Erfahrungen, die wir als Seele machen wollten … Es ist wie bei einem Filmabend, wo wir uns aussuchen, welchen Film wir uns heute ansehen bzw. erleben möchten. Wir können in den Bann gezogen werden und vorübergehend vergessen, dass wir einen Film sehen, aber letztlich stehen wir auf und sagen „Was für ein toller Film.“
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Der Tod selbst ist ein Freund … denn in Wahrheit ermöglicht dir der Tod, deine sterbliche Hülle abzustreifen und in dein wahres Sein zurückzukehren. Es ist ein heiliger Moment, in dem du nach Hause kommst und mit Freude und großer Herzlichkeit empfangen wirst.
Ehre diesen Moment, denn er ist heilig. Begrüße den Tod freundlich und danke ihm, dass er dich nach Hause begleitet. Der Tod ist die Gnade des nach Hause kommens.
Dein Ego mag sich vor dem Tod fürchten, weil es selbst endlich ist und sich ein ewiges Sein nicht vorstellen kann. Bei manchen Menschen ist die Identifikation mit dem Körper so stark, dass die Verbindung mit der Seele, dem höheren Selbst, verloren geht. Nur durch diese falsche Identifikation kann die Vorstellung des Todes beängstigend sein.
Erkenne, wer du in Wahrheit bist … reines Licht. Und wie sollte Licht wohl sterben? Und so sagte Sananda über seinen „Tod“ am Kreuz:
„Wie willst du Licht töten?“
Hingabe bedeutet, das Leben in all seinen Facetten dankbar anzunehmen. Der Tod begleitet dich in dein wahres Sein. Ehre ihn und bedanke dich für diese Gnade.
Meister Eckehart über unseren Bruder J. und den Tod
Und Meister Eckehart sprach über meinen unseren Bruder:
„Er war wie du. Deswegen ist er auch dein Bruder und euer aller Bruder. Er war wie du ein Mann mit Befürchtungen, mit Ängsten, mit Emotionen, mit Sorgen, mit Ohnmacht. Aber er wusste um seine innere Aufgabe.
Und weil er wusste, dass es immer nur das Gute war, was das Leben von ihm wollte, stellte er das geistig-spirituelle über seine menschlichen Bedürfnisse. Und deswegen kam es zu diesem Schauspiel … weil er sich selbst meistern wollte.
Er wollte zeigen, dass das Leben über dem vermeintlichen Tod steht und dass es in Wahrheit keinen Tod gibt. Denn Tod bedeutet an sich nur, Teil eines Zyklusses zu sein. So, wenn eure Bäume im Herbst das Laub abwerfen scheinen sie tot, scheinen sie dürr zu sein.
Und seltsamerweise überstehen sie die Stürme, die Kälte, die klirrenden Nächte und treiben im Frühling zart und schön aus. Also ist hier ein Zyklus, der ein Teil des Lebens ist. Tod ist immer ein Teil des Lebens. Das muss dir klar sein.
Leben an sich, als Ganzes betrachtet, ist ewig und Zeit verändert nur den Ausdruck, die Form, den Zustand. Das Leben selbst aber ist untötbar, unauflösbar. Das alles wusste dein Bruder, und doch war er in seinem Mensch-Sein oft genug gefangen. Es ging ihm darum, den Menschen zu zeigen, dass Geist über der Materie steht, um nichts Anderes. Er hätte sich jederzeit kraft seines Geistes entfernen können.
Er ist zum Meister geworden. Er ist zu dem geworden von dem ihr sagt: Jesus der zum Christus wurde. Denn Christus-Bewusstsein ist nicht auf den Menschen Jesus von Anbeginn seines Daseins zu beziehen, sondern nur aufgrund seines Entwicklungsfortschrittes wurde er zu einem Christus-Bewusstsein.
Er erfuhr sich selbst über seinen Bezug zum Vater erfuhr er sich selbst. Und er wurde zum Christus. So wie du es wirst, wenn du deine Disziplinen lebst.“
In Wahrheit gibt es keinen Tod. Danke Bruder für den Weg, den du für uns gegangen bist. Wir kommen nach …